Posts Tagged ‘Kirche’

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Für Pfarrer mit Kindern verboten!

Mai 18, 2011

STOPP MISSBRAUCH, diese zwei Worte zieren eine Warntafel, angebracht in einem steirischen Waldstück. Dazwischen ist eine Hand abgebildet in deren Handfläche sich ein Verbotsschild abgebildet ist auf dem ein Pfarrer zwei Kindern nach läuft. Das gleiche Symbol findet sich nochmal auf einem Verbotsschild darüber. Darunter erklärt eine kleine Tafel, überschrieben mit „Kinderschutzgebiet“, dass ein Pfarrer der sich in Begleitung Minderjähriger befindet auf dem Wallfahrtsweg nach Mariazell den Forstgrund Sepp Rothwangl nicht betreten dürfe. Zumindest dann nicht, wenn die Eltern der Minderjährigen nicht ebenfalls anwesend sind.

Als Betroffener der sexuellen Missbrauchsfälle durch katholische Geistliche will Sepp Rothwangl ein Zeichen setzen. Die Unfähigkeit der Kirche die Täter in den eigenen Reihen zu verfolgen und zu entfernen hat ihn zu diesem Schritt getrieben.

Leider übersieht er, dass er mit seiner Aktion einen blinden Generalverdacht ausspricht. Und bei aller Kritik an der Aufklärungsfähigkeit der katholischen Kirche: Mit einer Hetzkampagne und Pilger-Verboten ist den Opfern des Skandals nicht geholfen. Bleibt zu hoffen, dass diese Aktion wenigstens etwas mehr konstruktives Bewußtsein auf die Problematik des sexuellen Mißbrauchs lenkt und zum Nachdenken anregt.

Weitere Details und eine Abbildung finden sich in einem Artikel auf DerStandard.at, unter hpd.de oder auf nicsbloghaus

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Autobahnkirchen beruhigen den Verkehr

April 10, 2011
Autobahnkirche

Autobahnkirche

Auf einestages spricht Pater Wolfram, Pfarrer der ersten von 38 Autobahnkirche in Deutschland in einem Interview über die Geschichte und Wirkung dieser Kirchen und Kapellen an unseren Autobahnen. Abgesehen von den üblichen Erkenntnissen, dass diese Kirchen ein Ort der Ruhe und Erholung für die gestressten vierrädrigen Tiefflieger darstellen, verweist er auf wissenschaftliche Studien, die den verkehrsberuhigenden Einfluss der Gotteshäuser auf den Verkehr belegen. Interessant ist dabei, dass sich dieser positive Einfluss sowohl auf gläubige als auch auf nicht gläubige Fahrerinnen und Fahrer auswirken soll – solange sie für einen Moment von der Autobahn abbiegen und die Kirche oder Kapelle als Ort der (relativen) Stille und Ruhe nutzen. Die Kirche von Pater Wolfram, die erste dieser Art, liegt übrigens an der A8 in Adelsried zwischen Stuttgart und München und es gibt sie seit 1958.

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Offene Bibel – Die Bibel wird frei und open source

März 28, 2011

Der Verein Offene Bibel e.V. hat es sich zur Aufgabe gemacht, eine Übersetzung der Bibel zu schaffen, die frei verwendet werden darf. Eine Zweckeinschränkung will der Verein explizit vermeiden und stellt die Ergebnisse darum unter einer CreativeCommons Lizenz zur Verfügung.

Offene Bibel

Das ist eine gute Idee. Und sie wird noch besser dadurch, dass alle unabhängig von Konfession, Taufe oder ähnlichem mitmachen dürfen. Einzige Voraussetzung: Die nötigen Kenntnisse in hebräisch, aramäisch oder griechisch sollten vorhanden sein.

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Kirchen gegen Atomkraft

März 22, 2011
Atomkraft? Nein Danke

Immer mehr und immer stärker scheinen sich die Kirchen in Deutschland in der Frage um den Umgang mit Atomkraft und Kernenergie zu positionieren. Bereits vor dem GAU in Fukushima gab es sehr kritische Stimmen sowohl aus der evangelischen als auch aus den katholischen Kirchen in Deutschland. Immer mehr Zulauf und breite Zustimmung erhalten Mahnwachen, abgehalten in lokalen Kirchen oder sogar im Schulterschluss in Form von ökumenischen Gottesdiensten wie z. B. in Kassel, mit denen auf die prekäre Situation aufmerksam gemacht werden soll. Die katholische Bischofskonferenz spricht sich für ein Umsteuern in der Energiepolitik aus.

Im Kanzleramt ist man zu ähnlichen Erkenntnissen gelangt und beruft einen Atomgipfel ein. Weil man dabei nicht nur auf die eigenen Leute setzen möchte, beruft Angela Merkel einen Rat der Weisen.

Auf Unverständnis stößt die deutsche Panik bei der französischen Journalistin Cécile Calla in ihrem auf SPON veröffentlichten Artikel „German Atom-Angst – Die spinnen die Deutschen“. Ihr Vorwurf: Angetrieben von der Panik vergessen wir die eigentlichen Opfer der Katastrophe. Die öffentliche Haltung in Deutschland wirkt auf Cécile, als sei der Tsunami über die deutsche Öffentlichkeit und Gesellschaft gerollt.

Die Korrespondentin des Figaro in Berlin hat da nicht ganz unrecht. Etwas mehr Fokus auf die Opfer, etwas weniger Panik und etwas mehr der uns so häufig nachgesagten, typisch deutsch-kühlen Logik könnten wirklich helfen. Wenn dabei dann auch moralische Aspekte und die Wünsche und Befürchtungen einer immer größer berücksichtigt werden, könnte am Ende eine Lösung stehen die sowohl den unmittelbaren Opfern von Erdbeben, Tsunami und Super-GAU als auch den deutschen Ängsten rund um die zukünftige Nutzung der Atomkraft gerecht wird.

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Glauben im Internet

März 17, 2011

Seit das WorldWideWeb für praktisch alle Menschen zugänglich ist, stehen nahezu unbegrenzte Möglichkeiten offen, sich über jedes beliebige Thema zu informieren und mit anderen Nutzern im Internet auszutauschen. Wenn man die zunehmende Säkularisierung moderner Industrienationen bedenkt, erstaunt es um so mehr, wie oft die Themen „Religion und Glauben“ Gegenstand von Internet-Recherchen und Chats sind.

Jedermann kann sich zum Beispiel auf Facebook anmelden und seine Meinung auch zu Fragen des Glaubens verbreiten und mit anderen Teilnehmern diskutieren. Dies kann oft einfacher sein als im täglichen Leben – denn insbesondere außerhalb der Gemeinde ist die Bereitschaft der meisten Menschen nicht allzu groß, offen über religiöse Themen zu sprechen. Gerade bei Jüngeren gilt zum Beispiel die Gretchen-Frage nach der eigenen Religion als extrem uncool. Im Schutz der relativen Anonymität sozialer Internet-Netzwerke lassen sich diese Themen für viele einfacher und besser mit anderen besprechen. Dies ist sicherlich ein Vorteil des Internet, macht aber auch betroffen, denn in einer liberalen und toleranten Gesellschaft, sollte jeder ermuntert werden, seinen Glauben mit anderen offen zu leben.
Eine Gefahr für alle christlichen Religionen ist sicher auch die bunte Beliebigkeit an religiösen und spirituellen Bekenntnissen, die im Internet angeboten werden. In dieser Pluralität muss sich der christliche Glaube überzeugend von anderen Religionen und esoterischen Ideen abheben, ohne durch Intoleranz oder Prinzipien-Reiterei die Community zu verschrecken. Dies ist eine echte Herausforderung – dies hat auch Papst Benedikt XVI erkannt, der im Jahr 2010 alle Gläubigen dazu aufforderte, der Kommunikation im Internet eine Seele zu geben. Dies bezieht sich nicht nur auf religiöse Themen, sondern allgemein darauf, den Menschen mit seiner Würde in den Mittelpunkt der online-Interaktion zu stellen. 

Diese Trends belegen, dass das Abwenden von den Amtskirchen und traditioneller Frömmigkeit auf keinen Fall gleichzusetzen ist mit einer Abkehr von Spiritualität an sich. Wenn die großen Kirchen dies aufnehmen und als Chance begreifen, sich wieder positiv ins Gespräch und damit in die Köpfe und Herzen der Menschen zu bringen, kann der Glauben im Internet viel zu einer Erneuerung der christlichen Religiosität beitragen.

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Jetzt also doch – Ein Gastbeitrag

Februar 21, 2011

Muriel bloggt auf überschaubare Relevanz zu einem breiten Themenspektrum rund um das Spannungsfeld zwischen Glaube, Nicht-Glaube, Atheismus… und sieht sich selbst als „einen skeptischen, nonkonformistischen, antitheistischen und antireligiösen, liberalen – aber im Kern eher unpolitischen -, eher rational als emotional orientierten, omnivoren, desorganisierten Schriftsteller mit wirtschaftsjuristischer Ausbildung und hobbymäßigem Interesse an Naturwissenschaften„.

Es ist uns gelungen Muriel für den ersten Gastbeitrag auf verwackelts zu gewinnen. Das Thema kommt erwartungsgemäß aus der atheistischen Ecke, aber seht selbst, die Argumentation ist spannend:

Jetzt also doch

Ich komme mir ein bisschen dämlich vor. Das kommt nicht so selten vor, ist aber doch kein schöner Zustand. Was? Woran das liegt, wollt ihr wissen? Schön, dass ihr fragt, hätte sonst jetzt einen ziemlich peinlichen Moment gegeben.

Also: Mialieh hat drüben bei Vollwert einen Beitrag zur Religion geschrieben, der mir in vielerlei Hinsicht nicht gefällt. Weil ich mit Mialieh aber schon mal eine längere Diskussion hatte und daher wusste, dass wir einfach keine besonders gute Basis für sinnstiftende Kommunikation haben, dachte ich… Ja, ich weiß eigentlich nicht mehr genau, was ich dachte, und warum. Ich meinte offenbar, ich könnte nur schnell zwei besonders ärgerliche Missverständnisse korrigieren und es dann gut sein lassen. Herausgekommen ist dabei, dass mich zwischendurch sogar die Hausherrin ermahnen musste, weil ich einfach nicht den richtigen Tonfall fand.

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Confession – Beichten per iPhone mit der römisch-katholischen App

Februar 11, 2011
Confession

AppStore: Confession

Beichten geht jetzt auch per iPhone oder iPad. Die katholische Kirche hat der App Confession ihren Segen erteilt. Ganz im Sinne der Papst Forderung, mehr Präsenz im SocialMedia Bereich zu zeigen, können ab sofort gläubige Katholiken all ihre Sünden direkt ihrem iPhone beichten. Ganz diskret und von überall kann man sich so on the fly seiner bösen Sünden entledigen. Wie praktisch :). Allerdings müssen die Sünder im Moment noch englisch können, die originale App gibts nur in englischer Sprache. Entwickelt wurde die App übrigens in Zusammenarbeit mit der US-amerikanischen Bischofskonferenz – das erklärt den offiziellen Segen. Eine ähnliche deutsche Version ist übrigens unter dem Namen Beichte 1.0 erhältlich.

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