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53.663 Katholiken aus Bayern verlassen die Kirche

Februar 27, 2011

Im Jahr 2010 steigert sich die Anzahl an Kirchenaustritten rasant: 53.663 Katholiken aus Bayern kehrten ihrer Kirche den Rücken zu. Das ergibt sich aus vorläufigen Zahlen der bayrischen Bistümer zum Jahr 2010 und entspricht einer Steigerung um fast 50% im Vergleich zu 2009 (siehe welt.de). Hochgerechnet auf ganz Bayern sind damit in 2010 fast ein Prozent der Katholiken aus der Kirche ausgetreten. Für Österreich liegt die Zahl noch höher, hier stieg die Anzahl der Kirchenaustritte mit 87.393 um 64% im Vergleich zu 2010 (siehe derStandard.at)

Sowohl in Bayern als auch in Österreich gelten die Missbrauchsfälle und der Umgang der Kirche damit als Hauptursache für diese Austrittswelle. Die erschütternden Skandale und die sehr zögerlich angelaufene Aufarbeitung des eigenen Fehlverhaltens der Kirchen führten zu einem massiven Vertrauensverlust bei den Gläubigen. Eine Schlüsselrolle kam dabei in Bayern der Debatte um den ehemaligen erzkonservativen Augsburger Bischof Walter Mixa zu, dessen Prügel- und Untreueskandale weithin schockierten.

Zum Jahresende 2010 sanken die Austritte bereits wieder auf ein vergleichbares Niveau der Vorjahre. Damit lässt sich eine zeitliche Korrelation mit den Missbrauchsfällen tatsächlich vermuten. Die Kirche hält den Missbrauchsskandal aber nicht für den alleinigen Grund. Christoph Kappes von der Pressestelle des Bistums München und Freising sieht Gründe auch in einem länger andauernden Entfremdungsprozess der Gläubigen mit der Kirche. Das mag ja tatsächlich so sein für die üblichen Austritte – für den deutlichen Anstieg parallel zu den Missbrauchsskandalen greift dieser Grund wahrscheinlich eher zu kurz.

 

Kein Staat im Staat

Interessant ist in diesem Zusammenhang eine laufende Unterschriftensammlung kirchenkritischer Organisationen in Österreich. Unter dem Motto „Kein Staat im Staat“ verlangen sie das Ende dees Konkordates und darüberhinaus eine staatlich gesteuerte Untersuchung aller Missbrauchsfälle. Das Prinzip der Trennung von Staat und Kirche soll endlich durchgesetzt und die massiven staatlichen Subventionen für die kirchlichen Organisationen abgeschafft werden. Teilnehmen kann jeder in Österreich über die Webseite www.kirchen-privilegien.at.

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