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Verwackelts? Tricks gegen verwackelte Fotos

Februar 18, 2011

Heute mal eine ganz andere Fragestellung, heute kümmern wir uns um: Wie vermeidet man verwackelte Fotos? Die Statistik hinter diesem Blog verrät mir, dass sich immer wieder Leute über Suchmaschinen hier her verirren, die sich genau diese Frage stellen. Und falls Du auch dazu gehören solltest, wirst Du ab sofort fündig in dieser kleinen Verwackelts-Trickkiste zum Thema verwackelte Fotos. Für die meisten Tricks habe ich übrigens ein kurzes Video gefunden, mit dem sich die trockene Erklärung leicht nachvollziehen lässt.

verwackeltnicht verwackelt
verwackelt und scharf (Quelle: Wikimedia)

Verwackelte Fotos können viele Ursachen haben. Einige hängen mit der Bedienung der Kamera zusammen, andere mit den Lichtverhältnissen und der sich daraus ergebenden Belichtungszeit. Um das hier etwas übersichtlicher zu gestalten findet ihr für diesen Beitrag in eine Art Inhaltsverzeichnis:

  1. Verwackeln mit dem iPhone
  2. Verwackeln in der Nacht (oder Dämmerung)
  3. Verwackeln bei Motiven mit schneller Bewegung (Lösung: Stativ, Belichtungszeit, Nachziehen)
  4. Verwackelte Fotos retten

1. Verwackeln mit dem iPhone

Das Problem: Beim fotografieren mit Deinem iPhone kommt es häufig zu verwackelten Bildern, weil man beim schnellen Auslösen das iPhone in Bewegung versetzt. Der Finger tippt auf das Display und bewegt das gesamte iPhone genau in dem Moment, wenn das Foto geschossen werden soll.

Die Lösung: Halte mit Deinem Finger den Auslöser-Button des iPhones gedrückt. Stabilisieren das iPhone und halte es ruhig in Richtung des gewünschten Motivs. Wenn Du jetzt den Finger vorsichtig vom Display nimmst, löst das iPhone aus und Dein Foto ist scharf und nicht verwackelt im Kasten. Das funktioniert übrigens mit den meisten Foto-Apps. Schau es Dir hier einfach nochmal an, mostlylisa, eine Fotografin aus Vancouver hat dazu ein kleines Video mit dem Titel How to prevent taking blurry iPhone photos produziert:

2. Verwackeln in der Nacht (oder Dämmerung)

Das Problem: Fotos entstehen durch belichten. Früher war das belichtete Material ein Film, heute ist es ein Chip. Das Prinzip ist immer noch gleich: eine gewisse Menge an Licht trifft auf den Chip und bannt so die Szene für die Nachwelt. Für Fotos braucht es also viel Licht? Grundsätzlich ja. Aber auch in einer dunklen Umgebung können wunderbare Fotos entstehen. Damit das gelingt, muss man einfach länger warten, bis eine ausreichende Menge Licht auf dem Chip gelandet ist. Die Zeit, die dafür verstreicht ist die Belichtungszeit. Und hier liegt die Ursache des Problems: Wir sind nur für einen ganz kurzen Augenblick in der Lage, unsere Kameras stabil und ohne Bewegung in der Hand zu halten. Schon nach wenigen Milisekunden bewegen wir uns und verändern damit den Blickwinkel der Kamera auf eine Szene. Damit verändert sich der Lichteinfall in die Linse und es kommt zu verwackelten Fotos.

 

Ein Stativ hilft verwackelte Fotos bei Nacht zu vermeiden.

Ein Stativ (Quelle: Wikimedia)

Die Lösung: Das Dilemma mit der langen Belichtungszeit lässt sich am schönsten mit einem Stativ lösen. Wenn die Kamera erst darauf montiert ist, hat sie einen festen Stand und kann auch bei langen Belichtungszeiten ohne Bewegung bleiben. Es bleibt ein ähnliches Problem wie im ersten Trick für das iPhone beschrieben: Der Moment, in dem man den Auslöser betätigt führt evtl. zu einer Bewegung der Kamera und damit wieder zu einem verwackelten Bild. Das lässt sich am einfachsten Umgehen, wenn die Kamera einen Selbstauslöser hat. Den stellt man dann auf wenige Sekunden ein, drückt den Auslöser und wenn die Hand schon längst nicht mehr an der Kamera liegt, wird das Bild geschossen. Aber Achtung: Solange die Kamera belichtet, darf sie nicht bewegt oder angefasst werden, sonst ist das Bild wieder verwackelt. Moderne Kameras mit Display zeigen oft das fertige Bild im hinteren Display an, wenn es fertig ist… so lange also einfach in Geduld üben. Übrigens versuchen viele moderne Kameras heute per ausgeklügelter Software das Problem mit dem Verwackeln in den Griff zu bekommen. Diese Bildstabilisatoren funktionieren unterschiedlich gut, meist aber nur für eh schon sehr kurze Belichtungszeiten. Wenn Du also mal einen Sternenhimmel fotografieren möchtest, führt kaum ein Weg an einem Stativ (oder einer anderen stabilen Unterlage) für Deine Kamera herum. Ach ja, natürlich kann ein starker Blitz auch eine Lösung sein um klare Aufnahmen bei ungenügenden Lichtverhältnissen zu bekommen. Für einen Sternenhimmel taugt ein Blitz aber eher weniger.

3. Verwackeln bei Motiven mit schneller Bewegung

Das Problem: Mein Motiv verwackelt immer, weil es sich so schnell bewegt. Das kann bei Sportaufnahmen passieren oder auch in der Natur, wenn das Motiv einfach zu schnell weg läuft.
Die Lösung: Für dieses Problem gibt es mehrere Ansätze. Der erste Versuch hängt mit der Belichtungszeit zusammen: Vielleicht kannst Du an Deiner Kamera eine Belichtungszeit wählen, bei der die Bewegung keine Rolle mehr spielt und das Motiv scharf abgebildet wird. Wenn das nicht funktioniert, wird es etwas schwieriger: Wir ziehen die Kamera im Fluss der Bewegung des Motivs mit. Dazu stellen wir die Kamera auf ein Stativ (falls vorhanden). Dann stellen wir eine etwas längere Belichtungszeit ein. Wenn möglich stellen wir die Kamera auch noch in einen Modus, in dem sie mehrere Bilder hintereinander schießt, solange wir den Auslöser gedrückt halten (Serienbildfunktion). Wenn das Motiv jetzt an uns vorbei flitzt, halten wir nur noch den Auslöser gedrückt und bewegen die Kamera so, dass sie immer aufs Motiv zeigt. Ausführlich demonstriert wird die Technik des Mitziehens in folgendem Video von ClubSonus1, ungeduldigere Leser springen am besten gleich ins letzte Drittel des Videos.


4. Verwackelte Fotos retten

Das Problem: Ein Foto ist verwackelt und es gibt keine sinnvolle Chance, das Foto einfach zu wiederholen.
Die Lösung: Gibt es wirklich keine Chance das Foto zu wiederholen? Wirklich nicht? Das ist in den meisten Fällen nämlich die Lösung, die sich mit dem geringsten Aufwand verwirklichen lässt. Die Alternative liegt in der digitalen Bildbearbeitung. Wenn ein Bild nur ganz leicht verwackelt ist, bieten Programme wie Photoshop von Adobe, das kostenlose Gimp oder viele andere kostenlose und kostenpflichtige Programme. Leider gibt es noch in keinen Programm einen wirklich funktionierenden Zauberknopf, der verwackelte Fotos rettet und schärft, darum bleibt in diesem Fall nur das langwierige testen und ausprobieren… bis das Foto fast so ist, wie Du es haben willst.

Hast Du noch mehr Ideen oder Tipps auf Lager? Dann erzähl uns davon, wir bauen die Sammlung gerne weiter aus.

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One comment

  1. Was auch immer ein guter Tipp ist: Den Auslöser dann drücken wenn du ganz ausgeatmest hast. In dem Moment wackelt man am wenigsten, da nicht so viele Muskeln aktiv sind.



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