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Wir sind Quotenmensch!

Februar 3, 2011
Frauenquote

Frau

Alle Jahre wieder gelten Frauenquoten als effektives Mittel, um mehr Frauen in Führungspositionen, Politik und Wirtschaft zu bekommen. Aktuellstes Beispiel ist die entsprechende Forderung der CSU, mit der Ursula von der Leyen die FDP kräftig zum Gegensteuern bringt. Aber wie von Steffen Hentrich in seinen Beiträgen Frauenqote kein Freiheitsgewinn oder Frauenquote für Wikipedia? schön beschrieben, ist eine staatlich verordnete Quote eben kein Allheilmittel. Andere fühlen sich vom Thema bereits überreizt und „können es nicht mehr hören„.

Aber, lasst uns doch einmal selbst dem so gepriesenen Gleichheitswahn verfallen. Tauchen wir ein, in ein Gerechtigkeitsempfinden, das von einer übergeordneten Macht gesichert alle auf die gleiche Stufe stellt. Nehmen wir einfach mal an: Alle Menschen seien gleich – so steht es ja schon im Grundgesetz. Jetzt fällt auf, nicht alle Menschen sind in ihrer Gleichheit auch gleich in jeder Gruppe oder jedem Gremium vertreten. Entrüstet rufen wir im Brustton der Überzeugung: Das geht so nicht! Und fordern strikt eine Quote für Jedermann äh und Jederfrau und so natürlich gleich mit! Wirklich!! Tatsächlich!!!

Ein Gleichheitsmensch denkt nach.

Friedrich Nietzsche - Atheist

Atheist

Mit etwas emotionalem Abstand kommen wir zurück zum Thema: Quoten. Die Forderung nach Quoten scheint modern und legitim zu sein (ein Traum für jeden Politiker). Logisch an der Frauenquote vorbei weitergedacht, komme ich daher zu der Forderung, dass wir für unsere Wirtschaftsgremien eine Atheisten-Quote brauchen. Wir brauchen die Ungläubigen in den Schaltzentralen der Macht!

Jesus Christus - Christ

Christ

Ausgewogen soll es trotzdem sein, darum stellen wir direkt noch eine Christen-Quote (fein säuberlich unterschieden zwischen römisch-katholisch, evangelisch/ protestantisch, orthodox und koptisch) daneben.

Shahadah - Islamisches Glaubensbekenntnis

Moslem

Bei näherer Betrachtung fällt natürlich direkt noch eine Bevölkerungsgruppe auf, die in deutschen Aufsichtsräten bis jetzt völlig unterrepräsentiert ist. Aber keine Sorge, eine Lösung ist nah: Die Muslimen-Quote schmückt den modernen Quoten-Staat!

Und weil wir bei der großen Gleichheit aller Menschen nicht bei Geschlecht und Religion stehen bleiben können fällt uns das doch sehr vergreiste Durchschnittsalter der deutschen Wirtschafts-Elite ins Auge. Ich bin dafür, dass wir, zur Erweiterung unserer Blickwinkel, um zu gewährleisten, dass wir die Gesellschaft in ihrer Ganzheit in den Chef-Etagen abbilden regelmäßig Kinder ins Management einsetzen: Die Kinder-Quote führt unsere Wirtschaft in die Zukunft!

Realitätsverlust?

Bekloppt? Auch nicht bekloppter als eine Frauenquote. Unbestritten, Frauen müssen in die Gestaltung der Zukunft unseres Landes und seines Wirtschaftsraumes gleichberechtigt eingebunden werden. Wir brauchen eine ausgewogene Machtbalance und gewinnen durch Diversifikation in vielen Bereichen. Es ist zum Beispiel längst an der Zeit, dass sich Frauen ins katholische Priesteramt einklagen – falls sie sich zu solch einer Karriere berufen fühlen. Das Zölibat und die Priesterweihe nur für Männer dürfte in Deutschland sicherlich kaum verfassungskonform sein.

Der Quotenmensch, genauso wie der Gleichheitsmensch sind aber keine Lösung für mangelnde Machtverteilung. Beide spiegeln nur die periodisch wiederkehrenden goldenen Kälber, die angebetet oder als Sau durchs politische Dorf getrieben werden wieder. Viel wichtiger ist es nachhaltige, faire Chancen zu schaffen, die ergriffen werden können ohne Rücksicht auf die eigene Herkunft, Glaubensrichtung, Sexualität, Alter oder Geschlecht. Dann gewinnt auch der Gleichheitssatz als Grundrecht wieder eine echte Bedeutung.

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4 Kommentare

  1. Der Artikel ist in meinen Augen völliger Schwachsinn. Ich glaube der Schreiber hat das DENKEN an der Garderobe abgegeben. Wohin hat uns der ganze Schwachsinn bisher geführt? An den Rand des Abgrundes. Warte mal 1 bis maximal 3 Jahre, dann kapierst auch DU es. Weißt du eigentlich was am traditionellen Rollenverhalten und an den traditionellen Machtverteilungen so gut war? Sie haben zig tausend Jahre funktioniert. Der Gesellschaftspolitische Ungeist derzeit wird keine 10 Jahre mehr überstehen. Weil wir uns mit den Quoten, Chancengleichheit und anderem Blödsinn selber ausrotten werden und dann ist auch diese Art Sozialpolitik zu treiben mit den Menschen, die dann nicht mehr da sind, ausgestorben. Der Grund: Der Käse läuft gegen die „Natur des Menschen“. Da braucht man nicht zu HIRNWICHSEN, da reicht beobachten.


  2. […] einigen Wochen habe ich noch provokativ eine Glaubenquote gefordert. Eine für Atheisten, eine für Christen, eine für Muslime und so weiter. Außerdem […]


  3. Ich kann nur hoffen, dass „Mitmirnicht“ in seinem Kommentar recht hat, dem ich 100% zustimmen kann und dieser Schwachsinn nicht noch Jahrzehnte weitergeht, was ich jedoch befürchte. Ich kann diese politische Korrektheit nicht mehr ertragen, die komischerweise immer nur die Benachteiligung von Frauen herausstellt. Jeder Mensch ist im Leben irgendwo benachteiligt, kleine Männer, dicke Männer, schüchterne Männer, hässliche Männer usw. Jeder muss sich im Leben durchkämpfen und außer Frauen wird deshalb keiner gepämpert. Obwohl ich immer ein friedliebender, fairer Mensch war, überlege ich mir langsam, ob es nicht an Zeit ist, eine knallharte Revolution gegen die Linken zu starten, ich wäre sofort dabei!


    • Charmant, wie Ihr „hardliner“ Euch immer selbst wieder legt 🙂



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