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Niki Lauda entschuldigt sich. Glaubwürdig?

Januar 27, 2011

Wie im Artikel Niki Lauda – Mobbing gegen Homosexuelle auf höchstem Niveau beschrieben, hat sich Niki Lauda auf unterstem Niveau über den geplanten Tanz eines homosexuellen Paares im öffentlich-rechtlichen Fernsehen echauffiert.

Mittlerweile hat er sich, wohl aufgrund der damit losgetretenen Protestwelle in der Blogszene, auf Facebook und in anderen Social-Media-Portalen zu einer Entschuldigung auf der Facebookseite seiner Firma Flyniki durchgerungen.

Nachdem er klarstellt, dass er aus einem persönlichen Gespräch zitiert wurde (war das kein offizielles Interview?), schreibt er:

Ich verstehe auch die Initiative der Menschen auf Facebook und möchte mich bei allen Menschen entschuldigen, die sich durch die Wahl meiner Worte verletzt fühlten.

Ich möchte hier nochmals klar zum Ausdruck bringen: Ich habe und hatte Zeit meines Lebens keine Vorurteile gegen Homosexuelle.

Die Glaubwürdigkeit dieser Entschuldigung darf angezweifelt werden, ich vermute eine einfache Marketing-Reaktion dahinter. Warum sonst versteckt er sich hinter einem „persönlichen Gespräch“? Einem Medienprofi wie Lauda passiert so etwas eigentlich nicht. Meiner Meinung nach macht er es damit noch schlimmer. So scheint ja hinter seinen Aussagen tatsächlich eine persönliche Überzeugung zu stehen. Und dann die Entschuldigung selbst – zwei dürftige Sätze aus dem Standard-Baukasten jedes Marketing-Spezialisten. Völlig ohne Tiefgang. Ich vermisse ein wirklich überzeugendes Statement.

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3 Kommentare

  1. Lauda hatte ja schon im Original-Interview gesagt (und niemand kann mir sagen, dass das etwas anderes war als ein Interview), dass er nichts gegen Homosexuelle hat, also hat er sich nur wiederholt und einen Teil seines Interviews besonders hervorgehoben. Ich finde aber auch, dass er es nicht besser macht, wenn er jetzt so etwas lapidar nebenbei auf Facebook schreibt.


    • Du meinst wahrscheinlich diese zwei Sätze des originalen Interviews:

      „Ich habe überhaupt nichts gegen Homosexuelle. Im Gegenteil. Ich habe jede Menge Schwule in meiner Fly Niki angestellt, sogar als Ausbildner.“

      Durch die Wortwahl Laudas fühlt sich das nicht wirklich überzeuend an. Es wirkt vielmehr, als hätte er krampfhaft versucht politisch korrekt zu bleiben und rutscht dabei immer wieder ab. Ganz abgesehen davon würde mich ja nebenbei wirklich mal interessieren, ob und woher er *weiß* dass er „jede Menge Schwule“ angestellt hat… erzählen seine Angestellten ihm so etwas?


      • Es ist vor allem so abschätzig: „sogar als Ausbildner“, als wären Homosexuelle nicht für Jobs geeignet, in denen sie Verantwortung haben und andere ausbilden.



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