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Die Kirche – Der Weg ins Paradies?

Januar 1, 2011

Die Kirche in Deutschland

Die katholische Kirche war und ist eine streng hierarchisch gegliederte Organisation, dem Militär nicht unähnlich. Sie verfährt relativ restriktiv mit ihren Pfarrern, Bischöfen und Kardinälen: Sie müssen gegebene Anweisungen befolgen, auch wenn sie dadurch in große Seelennöte kommen, als Beispiel sei hier das Zöllibat genannt. Auch beim Militär müssen Befehle befolgt werden, dies unter Umständen sogar bei Gefahr für Leib und Leben. Allerdings folgt eine Armee ganz anderen Prämissen, als die Kirchen dies tun.
In den letzten Jahren verlassen viele Schäfchen die etablierten Kirchen und werden so aus deren Sicht zu schwarzen Schafen, ohne dass sie sich tatsächlich umgefärbt haben. Aus welchen Gründen aber mutieren sie von strahlendem Weiß zu Schwarz?
Die Gründe dafür sind vielfältig: Den Gläubigen ist so manches Kirchengebaren sauer aufgestoßen. Einige ganz aktuelle und gleichzeitig sehr traurige Beispiele sind die Missbrauchsfälle der Kirchen und die ausgeübte Gewalt gegen Schutzbefohlene. Man sollte, nein, man muss sich auch und gerade als gläubiger Mensch fragen: Entspricht dies der Prämisse der Nächstenliebe? Denn die steht doch, entsprechend den christlichen und damit auch entsprechend den kirchlichen Leitsätzen, über allem Handeln dieser Institution, behauptet jedenfalls die Kirche selbst.Wie kann es demnach sein, dass ach so liebende Hirten aus den Reihen der kirchlichen Institutionen heranwachsende Jungen und Mädchen für die eigene Befriedigung missbrauchen und schlagen, anstatt sie zu stützen und ihnen Wegweisung zu sein? Leider hat die Kirche mit dem gezeigten Verhalten und der oft gar nicht oder aber eben erst sehr spät erfolgten (nicht) rückhaltlosen Aufklärung ihre Unfähigkeit in der Kindererziehung demonstriert.

Ein Grund für das grobe Fehlverhalten dieser Hirten kann das Zöllibat sein, das jedwede sexuelle Regung der Kirchendiener in der katholischen Kirche brutal unterdrückt. Diese aufgestauten und ganz normalen menschlichen Triebe suchen sich ein Ventil, das dann oft genug auf dem falschen Wege Druck ablässt.

Exemplarische Beispiele des Fehlverhaltens

Ein noch nicht lange zurückliegendes, aber offensichtlich bald schon wieder vergessenes Beispiel sei hier genannt: Die Prügelattacken von Walter Mixa, dem Augsburger Bischof. Herr Mixa hat in seiner Eigenschaft als Bischof zu den Vorwürfen, Heimkinder geschlagen zu haben, mehrfach gelogen, dazu äusserte sich sogar die Fraktionschefin der Grünen, Renate Künast. Mixa sagte mehrfach verharmlosend über die verteilten Ohrfeigen, dass diese damals normal gewesen sein, das hätten alle so gemacht. Frei nach dem Motto: Wen Mixa liebt, den züchtigt er?!

Nun, das ist echte katholische Überzeugungsarbeit.

In der Mode jedenfalls kommt alles irgendwann einmal wieder. Hoffen wir, dass die Kirche aus ihrer jüngsten Vergangenheit endlich lernt und sich dieses Prinzip eben nicht überstülpt für die Entwicklung der Zukunft!

Der Aspekt der Finanzierung

Interessant ist auch die Geschichte der Finanzierung der Kirchen in Deutschland. Jedem Arbeitnehmer, der nicht aus der Kirche ausgetreten ist, wird Kirchensteuer vom Lohn oder Gehalt abgezogen. Diese Steuer wurde 1919 in der Weimarer Reichsverfassung verankert, das Reichskonkordat von 1933 zwischen dem Dritten Reich und dem Vatikan sicherte der katholischen Kirche auch weiterhin das Recht auf Erhebung von Kirchensteuern zu. Die Bundesrepublik übernahm später diese Regelung.

Für die Kirchen ist dies sehr komfortabel, sichern sie sich doch auf diese Art rund die Hälfte ihrer Einnahmen. Da die Kirche bekanntermaßen an Gewinnmaximierung sehr interessiert war und ist, wird sie alles daran setzen, sich diese Einnahmequelle auch in Zukunft offen zu halten.  Ist dies aber auch im Sinne der Gläubigen? Kommt wirklich ein Großteil des Geldes in sozialen Zwecken zum Einsatz? Das darf bezweifelt werden.

Dogmen

Ein unsägliches, ja anmaßendes Dogma ist das der Unfehlbarkeit. Die kirchenamtliche, geistliche Unfehlbarkeit bezieht sich auf unwiderruflich proklamierte Entscheidungen in Sachen des Glaubens, der Moral oder der Lehre. Sie wurde auf dem ersten Vatikanischen Konzil am 18. Juli 1870 unter Papst Pius IX. selbst als unfehlbarer Glaubenssatz verkündet.

Obschon hier in der Sache nur der Glauben berührt wird, kann nur der Hochmut die Würdenträger zu einer solchen Proklamation geführt haben: Menschen, egal welcher Glaubens- oder Lehrrichtung, sind n i e m a l s fehlerfrei, das wussten bereits die alten Römer: Errare humanum est.

Da hilft es auch nicht, den lieben Gott dafür zu bemühen.

verwackelts
Verwackelts wird in diesem Blog auf versuchen, auf das Spannungsfeld zwischen Kirche, Glauben, Religion und Gesellschaft einzugehen. Dabei soll das hier kein Wut-Blog werden, vielmehr eine konstruktive Auseinandersetzung. Mach einfach mit – ich freue mich auf Deine Kommentare!
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One comment

  1. Ein interessanter Artikel.Wie gut, dass Gott uns einen freien Willen gegeben hat, um frei zu entscheiden und zu unter-scheiden. Die Bibel sagt ja auch: Der Herr aber ist der Geist; wo aber der Geist des Herrn ist, ist Freiheit. (2. Kor 3,17)



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